ISRAEL

2010, FOTOSTRECKE

im frühjahr 2010 besuchte ich andreas schröder, der sein erasmusjahr
in jerusalem absolviert.
trotz ausgiebiger vorbereitung entdeckte ich ein land, das mich zu-
gleich verzauberte und erschütterte. selten haben orte auf der welt
eine solche dichte an kontrasten.
jerusalem war in dieser hinsicht extrem. aber auch das westjordanland
hinterlies, trotz lediglich zweier stippvisiten, seine bleibenden ein-
drücke. menschenverachtende situationen an den checkpoints der mauer,
dauerhafte, penetrante präsenz von waffen und ärmlichste verhältnisse
keine 2km von den toren der hauptstadt entfernt.

Auf der anderen seite gibt sich israel sehr europäsich und stellt in
sachen gesundheitssystem und krankenhausstandards das eine oder andere
deutsche in den schatten. auch am konsumverhalten vieler israelis kann
man den zunehmend wachsenden einfluss der westlichen welt nicht ver-
leugnen. nahezu an jeder ecke wird schillernd und lärmendes elektro-
plastikspielzeug aus china verkauft. israelische mütter schleppen
rießige plastiktüten mit lebensmittel durch die straßen und vereinzelt,
dazwischen steht ein moslem, der versucht seine fladenbrote an den mann
zu bringen.

ebenso spiegelt die landschaft den gesellschaftlichen kontrast wieder.
auf gerade mal einer größe vergleichbar mit der des bundeslandes hessen
erstreckt sich eine vegetationsspanne vom subtropischen bis zur tro-
ckensten wüste.
so kann man im norden an der libanesischen, syrischen grenze durch
paradiesische schluchten wandern mit wasserfällen und dichten grünen
bäumen. im süden hingegen ersteckt sich die negev wüste, ein trockener
todesstreifen bis hin zum roten meer, in dem kaum ein halm wächst.

auch jetzt, mehrere monate nach der reise zähre ich von den gewonnenen
eindrücken. das ist das beste was ich aus israel mitgenommen habe. aber
leider ist gerade israel wegen seiner unzähligen religiösen pilgerstät-
ten ein land, das von touristenwellen in immergleichen zyklen übeflutet
wird. nicht selten habe ich mich für den einen oder anderen deutschen
landsmann schämen müssen, der da mit seinen weissen beinen, in viel zu
kurzen shorts, verwaschenem michael schumacher t-shirt und fc-bayern-
münchen-käppi durch das islamische viertel jerusalems gegangen ist und
sich bereits um 11.00 morgens das erste bier am kiosk kaufte und dann
noch in einem erbärmlichen englisch versuchte den preis zu drücken. was
bleibt und das tut weh, ich war auch nur einer von millionen touristen.

naja was versuche ich zu beschreiben was viele besser können. ich war
dort um bilder zu machen: